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Portfolio Manager Update

Zum letzten Marktkommentar

Makro & Märkte im Überblick

Stand 06.07.2026

Das sollten Sie diesen Monat im Blick haben

  • Die Weltwirtschaft bleibt trotz geopolitischer Risiken robust, aber das Wachstum verlangsamt sich.
  • Die Inflation dürfte den Höhepunkt überschritten haben.
  • Die Zentralbanken bleiben vorsichtig bis restriktiv, auch wenn sinkende Energiepreise den Druck etwas mindern.

 

Im vergangenen Juni wurde das makroökonomische Umfeld erneut weniger von klassischen Konjunkturdaten als von Geopolitik, Energiepreisen und der Reaktion der Zentralbanken geprägt. Trotz des seit mehr als drei Monaten andauernden Konflikts im Nahen Osten hat sich die Weltwirtschaft als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. Der Eingriff in das globale Ölangebot blieb dank rekordhoher US-Exporte, einer schwächeren chinesischen Ölnachfrage und der Freigabe strategischer Reserven beherrschbar.
Gleichzeitig zeigte sich ein zweigeteiltes Bild der Weltkonjunktur: Während die US-Wirtschaft von robuster Unternehmensnachfrage, Lageraufbau, verteidigungsnahen Aufträgen sowie Investitionen in KI und Rechenzentren getragen wurde, verloren Europa und China an Dynamik. Besonders die Dienstleistungssektoren blieben anfällig, da fragile Arbeitsmärkte, unter Druck geratene Reallöhne und gedämpftes Konsumentenvertrauen die Nachfrage bremsten.
Entlastung brachte zwar das vorläufige US-Iran-Abkommen, doch bleibt die Lage fragil. Das Risiko neuer Spannungen an den Öl- und Gasmärkten bleibt bestehen. Hinzu kommt, dass die erneute Verschärfung der US-Handelspolitik mit Importzöllen von 10 bis 15 % die globalen Lieferketten zusätzlich belastet und den Preisauftrieb bei importierten Gütern verlängern dürfte.

Zentrale Schlussfolgerungen:

Aus unserer Sicht ergibt sich ein durchaus positiver Ausblick für Wachstum und Inflation. Eine weiterhin expansive Fiskalpolitik, höhere Verteidigungsausgaben und produktivitätssteigernde Investitionen im KI-Umfeld wirken dabei unterstützend. Gleichzeitig ist der Spielraum der Staaten wegen hoher Defizite und erhöhter Schuldenstände begrenzt. Das Wachstum dürfte in der zweiten Jahreshälfte zwar hinter den Erwartungen zu Jahresbeginn zurückbleiben, aber von einer breiteren industriellen Belebung, einer stabileren Unternehmensstimmung und einer allmählichen Erholung der Beschäftigung gestützt werden.

Bei der Inflation ist der Ton etwas entspannter als zuletzt. Der Rückgang der Energiepreise seit dem Höhepunkt der Nahost-Eskalation mindert den unmittelbaren Druck, und es spricht einiges dafür, dass wir den Höhepunkt des Inflationsdrucks bereits gesehen haben könnten. Gleichzeitig deuten die robuste Güternachfrage, Engpässe beim Ausbau der KI-Infrastruktur, höhere Importpreise infolge neuer Zölle und anhaltende Zweitrundeneffekte darauf hin, dass die Teuerung noch eine Zeit lang oberhalb der Zielmarken bleiben dürfte. Entsprechend haben die Zentralbanken der Industrieländer im Juni einen spürbar restriktiveren Ton angeschlagen. Zinserhöhungen der EZB und der Bank of Japan sowie eine restriktive Pause der US-Notenbank verdeutlichen, dass Preisstabilität wieder stärker im Vordergrund steht.

Unser Basisszenario bleibt damit konstruktiv, aber auch anspruchsvoll: Die Weltwirtschaft wächst weiter, jedoch langsamer und uneinheitlicher, während die Inflation allmählich zurückgeht und die Geldpolitik länger vorsichtig bis restriktiv bleiben dürfte.

  

Assetklassen im Überblick

Anleihen/Renditen

Der Anleihenmarkt zeigte sich im Monatsverlauf weitgehend stabil, wobei sich die maßgeblichen Bewegungen vor allem am kurzen Ende der US-Zinskurve abspielten. Die Risikoaufschläge weiteten sich im Vergleich zum Vormonat nur minimal aus, verharren jedoch weiterhin auf historisch niedrigen Niveaus. Auf der Zinsseite blieb das Bild insgesamt ruhig: Während Renditen in der Eurozone stabil bis leicht rückläufig tendierten, stiegen die US-Renditen am kurzen Ende um rund 10 Basispunkte an. Diese Entwicklung unterstreicht, dass die Zinsbewegung aktuell weniger von veränderten Inflationserwartungen getrieben wird, sondern vielmehr durch das Erwartungsmanagement der Zentralbanken geprägt ist. Insbesondere die deutlich restriktiver als erwartet ausgefallene erste Sitzung des neuen Fed-Chairs sorgte für Anpassungen bei den kurzfristigen Zinsen.

Fazit/Ausblick

Nach unserer Einschätzung wurde der Zinsgipfel erreicht. Vor dem Hintergrund weiterhin gut verankerter Inflationserwartungen sehen wir mittelfristig eher Potenzial für rückläufige Renditen. Die Spielräume für eine weitere Einengung der Risikoaufschläge erscheinen hingegen begrenzt, gleichzeitig sind derzeit keine Anzeichen für eine nachhaltige Stressausweitung erkennbar.

 

Aktien

Die Aktienmärkte zeigten im Juni eine zunehmende Verbreiterung der Aufwärtsbewegung. Während die dominierenden Technologiewerte der vergangenen Monate – insbesondere die sogenannten „Magnificent 7“ – eine relative Schwächephase durchliefen, verlagerte sich die Marktführerschaft zunehmend auf andere Sektoren. Diese Rotation führte dazu, dass die Rally auf deutlich breitere Füße gestellt wurde. Gleichwohl bleibt das übergeordnete Thema unverändert: der KI-Investitionsboom, dessen Dynamik sich besonders eindrucksvoll in der Entwicklung des Philadelphia Halbleiter Index widerspiegelt. Dieser konnte im Juni um rund 5 % zulegen und seine Wertentwicklung seit Jahresbeginn auf nahezu 100 % ausbauen. Auch europäische Aktienmärkte präsentierten sich in robuster Verfassung und verzeichneten das stärkste Quartal seit Ende 2020.

Fazit/Ausblick

Für die Sommermonate erwarten wir eine Zunahme der Volatilität. Die Markterwartungen an die kommende Berichtssaison erscheinen ambitioniert. Insbesondere das erweiterte KI-Universum wirkt zunehmend „priced for perfection“. Gleichzeitig bergen politische Faktoren wie die anstehenden US-Zwischenwahlen sowie erneute Spannungen im Nahen Osten jederzeit Rückschlagpotenzial. Ungeachtet dessen sehen wir die übergeordnete Aufwärtsbewegung als intakt an und bleiben strategisch positiv, haben jedoch über kurzlaufende Put-Spreads eine taktische Absicherung implementiert.

 

Währungen

Der US-Dollar konnte im Monatsverlauf leicht aufwerten, ohne dass sich daraus ein klarer Trend ableiten ließ. Insgesamt bleibt der Währungsmarkt von fehlenden Impulsen geprägt, wobei sich die Bewegungen überwiegend in engen Bandbreiten vollzogen. Weder auf der Zins- noch auf der geopolitischen Seite ergaben sich nachhaltige Treiber, die eine klare Richtungsentscheidung begünstigt hätten.

Das Argument eines sich verringernden Zinsdifferenzials zwischen den USA und dem Euroraum gewinnt zunehmend an Bedeutung und spricht perspektivisch für eine Abschwächung des US-Dollars. Mit der fortschreitenden Deeskalation im Nahen Osten dürfte zudem ein wichtiger Unterstützungsfaktor für den Greenback entfallen. Auch im Kontext der Dollar-Smile-Theorie spricht ein moderates globales Wachstumsumfeld eher für eine schwächere US-Währung. Vor diesem Hintergrund erwarten wir weiterhin eine strukturelle Dollarschwäche und sichern das entsprechende Währungsrisiko weitestgehend ab.

Fondspositionierungen

Ethna-AKTIV  |  Ethna-DEFENSIV  |  Ethna-DYNAMISCH

Ethna-AKTIV

Stand 06.07.2026

Das wichtigste auf einen Blick

  • Leicht negative Monatsperformance von -0,33 % (YTD: 6,27 %)
  • 54,8 % Anleihequote (Ø-Rating von A bis A+); 14,1 % Cashquote
  • Modifizierte Duration: 11,8 (inkl. Overlay von +1,8)
  • 30 % Bruttoaktienquote; inkl. Options-Absicherung verbleiben 19,1 % Nettoaktienquote
  • 4,4 % Währungsrisiko (2,8 % USD, 1,1 % JPY, 0,5 % CHF)

 

Anleihen: Breitere Basis und höhere Duration

Das Anleiheportfolio wurde im Juni bei unverändertem Durchschnittsrating (A bis A+) von 53 auf 58 Titel erweitert. Neben einer 2046er Anleihe von SpaceX wurde unter anderem eine neue NTT-Finance-Anleihe (2038) gekauft und die Position in Australia Pacific Airports (2036) ausgebaut. Die modifizierte Duration des Basisportfolios verharrte bei 10,0. Durch den leicht erhöhten Beitrag des Overlays stieg die Gesamtduration auf 11,8. Weil wir von tieferen EUR-Zinsen ausgehen, nutzen wir hierfür Derivate auf 30-jährige Bundesanleihen. Der USD-Anteil im Anleihe-portfolio blieb mit 3,1 % unverändert. Die 13,3 % Staatsanleihen im Portfolio sind ausschließlich von europäischen Emittenten.

Aktien: Absicherung über Index-Optionen aufgebaut

Die Bruttoaktienquote liegt mit 30 % nahe dem Mai-Niveau. Das Portfolio wurde leicht auf 21 Titel ausgeweitet. Die ausschlaggebendere Transaktion ist jedoch der im Juni initiierte Kauf von S&P500 Put-Optionen. Diese derivative Absicherung reduziert die Nettoaktienquote um 10,9 % auf 19,1 % – eine direkte Umsetzung der im Mai angekündigten vorsichtigeren Positionierung angesichts der anhaltenden Marktvolatilität. Auf Einzeltitelebene wurden die großen Mega-Cap-Positionen (NVIDIA, Amazon, Alphabet, Meta) im Monatsverlauf moderat zurückgeführt, während selektiv defensivere bzw. value-orientierte Titel wie CVS Health, Ecolab, Visa, Starbucks und DoorDash gekauft wurden. Das fürs kommende Jahr geschätzte KGV des Aktienportfolios liegt bei 19, die geschätzte Dividendenrendite bei 1,2 %.

Währungen: FX-Risiko weiter reduziert

Das gesamte Währungsrisiko wurde von 7,2 % im Mai auf 4,7 % im Juni reduziert. Das Yen-Exposure wurde von 2,7 % auf 1,1 % weiter abgebaut, die zuvor gehaltene 1,7 % KRW-Position wurde vollständig aufgelöst. Das US-Dollar-Exposure blieb mit 2,6 % nach Sicherung praktisch unverändert. Die strukturelle Erwartung einer längerfristigen US-Dollar-Schwäche besteht unverändert fort.

Ethna-DEFENSIV

Stand 06.07.2026

Das wichtigste auf einen Blick

  • Positive Monatsperformance von 0,99 % (YTD: 1,82 %)
  • Rentenquote nahezu unverändert bei 96,9 %; Cashquote bei 3,3 %
  • High-Yield-Quote leicht rückläufig bei 5,4 % (Vormonat: 5,9 %); punktuelle Rotation im Investment-Grade-Buch
  • Modifizierte Duration: 10,0 (inkl. Overlay von +1,0)

 

Strategie und Portfolio: Konstanz in Qualität und Ausrichtung

Die Grundstruktur des Fonds – qualitätsorientiert, langlaufend, EUR-dominiert – blieb auch im Juni unverändert. Das Durations-Overlay über den Buxl-Future wurde leicht ausgebaut und erhöht die modifizierte Duration des Portfolios von 9 auf 10.

Die Rentenquote liegt mit 96,9 % auf dem Niveau des Vormonats, verteilt auf 96 Positionen. Das Transaktionsvolumen blieb gering: Eine ältere NTT-Finance-Anleihe (2037) wurde gegen eine neuere Emission (2038, BBB+) getauscht, die Positionen in Bank Gospodarstwa Krajowego 2035 und Diageo Finance 2035 wurden moderat zurückgeführt. Zum Monatsende kam mit Vedanta Resources 2034 (BB-, USD) eine Neuposition im High-Yield-Segment hinzu. Die Top-Positionen – weiterhin die EU-Anleihen 2040 und 2039 sowie EDF Green Bond 2045 und EnBW 2036 – blieben in Gewicht und Zusammensetzung praktisch unverändert. Das Portfolio bleibt klar auf langlaufende, EUR-denominierte IG-Titel ausgerichtet. Über 85 % der Anleihen sind erst ab 2035 fällig. Das Durchschnittsrating liegt weiterhin im A- bis A-Bereich. Während AAA-Papiere 17,7 % ausmachen, haben BBB-Anleihen ein Gewicht von ca. 32,4 %.

Das High-Yield-Segment ist leicht um 0,5 % auf 5,4 % zurückgegangen und bleibt überwiegend im Bereich BB positioniert – konsistent mit der defensiv-konservativen Ausrichtung des Fonds. Eine strukturelle Ausweitung der High-Yield-Quote ist weiterhin nicht beabsichtigt. Die Vedanta-Position ist als punktuelle, kleinvolumige Beimischung zu verstehen.

Ethna-DYNAMISCH

Stand 06.07.2026

Das wichtigste auf einen Blick

  • Negative Monatsperformance von -3,33 % (YTD: 7,64 %)
  • 62 % Bruttoaktienquote, keine Derivate
  • 32,2 % Anleihequote (kurzlaufende AAA-Anleihen); 6,9 % Cashquote
  • 8,7 % Währungsrisiko (4,4 % CHF, 2,6 % JPY, 1,7 % USD)

 

Aktien: Defensivere Ausrichtung beibehalten

Der themenorientierte Ansatz des Fonds litt im Juni unter der stattgefundenen Sektorrotation. Dennoch halten wir den Anpassungsbedarf für gering. Während sich an den identifizierten Themen nichts änderte, wurden auf Einzeltitelebene lediglich minimale Änderungen vorgenommen: die Anzahl der Einzeltitel wurde von 36 auf 34 reduziert und die Bruttoaktienquote stieg von 59,1 % auf 62 %. Parallel wurde die Rentenquote von 21,5 % auf 32,2 % deutlich ausgebaut, jedoch ausschließlich über kurzlaufende AAA-Staats- und Agency-Anleihen. Diese Verschiebung von Cash in kurzlaufende Anleihen hoher Qualität ist als Liquiditätsmanagement und nicht als Durationswette zu verstehen. Folglich verfügt der Fonds zum Monatsende noch über 6,9 % Barmittel.

Währungen: CHF-Exposure ausgebaut, USD weiter abgesichert

Der Ethna-DYNAMISCH ist brutto zu 56,7 % in US-Dollar denominierte Aktien investiert (Vormonat: 53,1 %). Nach Sicherung beträgt das US-Dollar-Exposure nur noch 1,7 %. Die Erwartung einer strukturellen US-Dollar-Schwäche bleibt damit konsequent umgesetzt. Das Yen-Exposure blieb mit 2,6 % stabil, während die CHF-Position über eine Einzeltiteltransaktion von 2,8 % auf 4,4 % ausgebaut wurde.

 

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