Portfolio Manager Update
Makro & Märkte im Überblick
Stand 06.08.2026
Das sollten Sie diesen Monat im Blick haben
- Das globale Wirtschaftswachstum bleibt resilient, der IWF reduziert die Erwartung auf 3,1 %
- Die Inflation bleibt hartnäckig und die Situation im Nahen Osten hält Preisdruck volatil
- Die Zentralbanken bleiben restriktiv, steigende Marktzinsen haben einen Teil der Zinsanhebungen schon vorweggenommen
Das globale Makroumfeld zeigt sich Mitte 2026 zweigeteilt. Trotz erheblicher geopolitischer Spannungen wuchs die Weltwirtschaft in der ersten Jahreshälfte robuster als angenommen. Eine globale Rezession ist vorerst vom Tisch, wenngleich die konjunkturelle Dynamik spürbar nachgelassen hat. Regional dominieren die USA mit rund 2,3 % BIP-Wachstum. Getragen wird dies durch massive KI-Investitionen, stabile Konsumausgaben wohlhabender Haushalte und einen robusten Arbeitsmarkt. Europa und China zeigen hingegen eine deutlich schwächere Dynamik, erweisen sich aber auch widerstandsfähiger als ursprünglich erwartet.
Sektoral erhält das verarbeitende Gewerbe starken Rückenwind durch expansive Fiskalprogramme sowie den massiven globalen Investitionszyklus in KI-Infrastruktur und Rechenzentren. Der Dienstleistungssektor ist bisher überraschend robust – Beschäftigungszuwachs im Dienstleistungssektor und öffentliche Aufträge haben einen stärkeren Einbruch verhindert.
Die expansive Fiskalpolitik stützt zwar Produktivität und Wachstum, hat jedoch die Staatsverschuldung in vielen Ländern auf historisch hohe Niveaus getrieben und den fiskalischen Spielraum stark eingeengt.
Zentrale Schlussfolgerungen:
Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert der IWF ein globales BIP-Wachstum von 3,1 %. Die Gefahr negativer Überraschungen überwiegt. Unvorhersehbare Friedensverhandlungen im Nahen Osten, anhaltende Lieferkettenunterbrechungen und eine durch neue Zölle beschleu-nigte Fragmentierung des Welthandels dämpfen die Wachstumsperspektiven.
Das akute Risiko geht weiterhin vom Nahostkonflikt aus. Angesichts historisch niedriger stra-tegischer Ölreserven könnte eine anhaltende Sperrung der Straße von Hormus den Ölpreis nachhaltig über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel treiben.
Der weltweite Desinflationsprozess ist vorerst ins Stocken geraten. Der IWF hat seine Prog-nose für die globale Gesamtinflation 2026 um 0,3 % auf 4,7 % angehoben. Eine Rückkehr zu den Extremwerten von 2022 ist zwar unwahrscheinlich, doch potenzielle Ausfälle in der Öl- und Gasproduktion sowie anhaltende Lieferkettenstörungen werden den Preisdruck auf ab-sehbare Zeit hoch und volatil halten.
Die Zentralbanken reagieren mit Wachsamkeit. Die EZB hat im Juni 2026 erstmals seit drei Jahren die Leitzinsen wieder um 25 Basispunkte erhöht. Die Fed neigt zu einer baldigen Zinserhöhung, auch wenn sie noch an einer restriktiven Pause festhält. Der Markt preist bei-derseits des Atlantiks weitere geldpolitische Straffungen ein. Wir halten jedoch das Ausmaß der Erwartungen für überzogen, zumal steigende Marktzinsen bereits als Korrektiv eingetreten sind.
Assetklassen im Überblick
Anleihen/Renditen
Der Anleihenmarkt war im Juli doppeltem Gegenwind ausgesetzt – sowohl von der Zins- als auch von der Spreadseite. Wieder aufkeimende Sorgen im Private-Credit-Segment und grundsätzliche Zweifel an der Refinanzierbarkeit der aktuellen KI-Investitionen trieben die Kreditaufschläge im Hochzinssegment (HY) um rund 20 Basispunkte moderat nach oben. Die Spreads im Investmentgrade-Bereich legten hingegen nur leicht zu.
Der erneute Ausbruch gegenseitiger Angriffe im Nahen Osten wirkte sich unmittelbar auf den Ölpreis und indirekt auf die Inflationserwartungen aus. Vor diesem Hintergrund ist ein nahezu paralleles Ansteigen der Zinskurven auf beiden Seiten des Atlantiks um etwa 20 Basispunkte nicht überraschend. Der Zinsmarkt agiert damit als vorausschauender Inflationsbekämpfer, noch bevor die Zentralbanken zum Handeln gezwungen sind. Genau darauf dürfte auch der neue Fed-Chef Kevin Warsh Bezug genommen haben, als er bei der jüngsten Pressekonferenz bemerkte, dass „die Marktteilnehmer lernen, den Ball [Inflation] zu spielen und nicht den Schiedsrichter [Fed]".
Fazit/Ausblick
Das Erreichen des Zinsgipfels verzögert sich weiter. Nichtsdestotrotz gehen wir angesichts des bereits eingepreisten Inflationsstresses mittelfristig und daher unverändert von rückläufigen Renditen aus. Eine Einengung der Risikoaufschläge erscheint kurzfristig unwahrscheinlich. Da wir auf der Aktienseite weiterhin von einer Rotation statt einer vollumfänglichen Korrektur ausgehen, erwarten wir kurzfristig aber auch keine nachhaltigen Spreadausweitungen.
Aktien
Der Juli brachte an den globalen Aktienmärkten eine tiefgreifende Rotation von KI- und Halbleiterwerten in andere Sektoren. Die von uns erwartete Volatilität zeigte sich zwar nicht in den Hauptindizes, dafür umso deutlicher bei Einzeltiteln. Die großen Gewinner der Vormonate korrigierten in dieser Bewegung zum Teil dramatisch. Von dieser Reallokation profitierte der breite Markt: Während der Philadelphia-Halbleiter-Index in der Spitze über 27 Prozent abgab, verzeichnete der gleichgewichtete S&P 500-Index sogar neue Allzeithochs. Gleiches gilt für den Stoxx Euro 600, der auf Monatssicht leicht im Plus und nahe seiner Rekordmarke schloss. Für den Gesamtmarkt bedeutete dies eine willkommene Konsolidierung auf hohem Niveau. Die Berichtssaison für das zweite Quartal untermauerte erneut die positive Gewinndynamik auf Indexebene.
Fazit/Ausblick
Saisonal betrachtet deutet vieles auf eine Fortsetzung der volatilen Phase hin. Einerseits sind die Bedenken bezüglich der Finanzierbarkeit und Profitabilität der KI-Investitionen noch nicht vollständig ausgeräumt. Andererseits beginnt nun die heiße Phase des US-Wahlkampfs. Zudem stellt die erneute Eskalation im Nahen Osten eine echte Bedrohung für jedes positive Wachstumsszenario dar. Wir bleiben jedoch strategisch bei unserer positiven Einschätzung des breiten US-Marktes und haben angesichts der fortgeschrittenen Konsolidierung sogar die taktischen Absicherungen aufgelöst.
Währungen
Der US-Dollar gab im Monatsverlauf gegenüber dem Euro leicht nach, hauptsächlich aufgrund der Zurückhaltung der Fed bei Zinserhöhungen. Ein klarer Trend fehlt jedoch weiterhin. Der Währungsmarkt bleibt von Impulsmangel geprägt, die Bewegungen vollziehen sich überwiegend in engen Bandbreiten.
Fazit/Ausblick
Das sich potenziell verringernde Zinsdifferenzial zwischen den USA und dem Euroraum bleibt für uns das zentrale Argument für einen perspektivisch schwächeren US-Dollar. Auch die Dollar-Smile-Theorie stützt diese Ansicht: Ein moderates globales Wachstumsumfeld spricht tendenziell für eine schwächere US-Währung. Vor diesem Hintergrund gehen wir weiterhin von einer strukturellen Dollarschwäche aus und haben das entsprechende Währungsrisiko weitestgehend abgesichert.
Fondspositionierungen
Ethna-AKTIV
Stand 06.08.2026
Das wichtigste auf einen Blick
- Negative Monatsperformance von -1,80 % (YTD: 4,36 %)
- 55,7 % Anleihequote (Ø-Rating von A bis A+); 9,2 % Cashquote
- Modifizierte Duration: 9,9; Overlay aufgelöst
- 34,4 % Bruttoaktienquote; Options-Absicherung verfallen und nicht verlängert
- 3,9 % Währungsrisiko (2,2 % USD, 1,2 % JPY, 0,5 % CHF)
Anleihen: Basis unverändert und Overlay geschlossen
Das Anleihenportfolio war im Juli hauptverantwortlich für die Verluste. Neben leichten Spread-Ausweitungen sorgte der relativ starke Zinsanstieg entlang der ganzen Zinskurve für einen negativen Performancebeitrag von 1,43 %. Da wir weiterhin von tieferen EUR-Zinsen ausgehen, halten wir an der hohen Duration von 9,9 fest. Die Verlängerung der Duration über das Overlay haben wir jedoch vorerst glattgestellt. Die Anzahl der investierten Titel erhöhte sich um zwei auf 60, ohne das Durchschnittsrating von A bis A+ zu verändern. Die 13,2 % Staatsanleihen im Portfolio sind ausschließlich von europäischen Emittenten. Der USD-Anteil im Anleihenportfolio fiel von 3,1 % auf 2,5 %.
Aktien: Taktische Options-Absicherung geschlossen
Die im Monatsverlauf zu beobachtende Konsolidierung bei den Aktien haben wir genutzt, um einerseits die bestehende Absicherung über Put-Optionen glattzustellen und andererseits die Bruttoaktienquote von 30 % auf 34,4 % anzuheben. Im Resultat liegt die Nettoaktienquote damit ca. 15 % höher als zu Monatsbeginn. Dies spiegelt sowohl unsere weiterhin taktisch neutrale Haltung als auch das aktive Management des Portfolios wider. Im Rahmen dieser Transaktionen stieg die Anzahl der Titel von 21 auf 24. Die vier von uns investierten Hyperskaler machen 11,2 % des Exposures aus. Das fürs kommende Jahr geschätzte KGV des Aktienportfolios liegt bei 17,9 und die geschätzte Dividendenrendite bei 1,3 %. Nach vorne blickend halten wir angesichts der überzeugenden Berichtssaison eher nach Zukaufgelegenheiten als nach erneuten Absicherungen Ausschau.
Währungen: FX-Risiko weitestgehend abgesichert
Das Währungsrisiko des Fonds fiel leicht von 4,7 % im Juni auf 3,9 %. Primär verantwortlich für die Veränderung ist eine weitere Reduzierung des US-Dollar-Exposure auf nur noch 2,2 % nach Sicherung. Die strukturelle Erwartung einer längerfristigen US-Dollar-Schwäche besteht unverändert fort. Minimale Positionen im japanischen Yen (1,2 %) und Schweizer Franken (0,5 %) bleiben ungesichert.
Ethna-DYNAMISCH
Stand 06.08.2026
Das wichtigste auf einen Blick
- Negative Monatsperformance von -3,38 % (YTD: 4,00 %)
- 70,4 % Bruttoaktienquote, keine Derivate
- 27,2 % Anleihenquote (kurzlaufende AAA-Anleihen); 3,3 % Cashquote
- 6,8 % Währungsrisiko (2,6 % CHF, 2,6 % JPY, 1,6 % USD)
Aktien: Berichtssaison zum Zukauf genutzt
Auch wenn die sich im Monatsverlauf noch verstärkte Sektorrotation negativ auf die Fondsperformance auswirkte, halten wir an den identifizierten Themen des Fonds unverändert fest. Im Zuge der überaus positiven Berichtssaison haben wir die Chance genutzt, um die Bruttoaktienquote um 8,4 % auf 70,4 % anzuheben. Abgesehen von einer Reduktion im Konsumbereich wurden fast alle Sektoren aufgestockt, insbesondere Technologietitel. Im Zuge dessen stieg die Anzahl der Einzeltitel von 34 auf 38. Wir erwarten, dass die Konsolidierung im Halbleiterbereich größtenteils abgeschlossen ist und planen hier das Exposure weiter auszubauen.
Die Rentenquote fiel folglich um 5 % auf 27,2 %. Die Barmittel des Fonds liegen nun bei 3,3 %.
Währungen: CHF-Exposure reduziert, USD weiter abgesichert
Der Ethna-DYNAMISCH ist brutto zu 63,7 % in US-Dollar denominierte Aktien investiert (Vormonat: 56,2 %). Nach Sicherung beträgt das US-Dollar-Exposure nur noch 1,6 %. Die Erwartung einer strukturellen US-Dollar-Schwäche bleibt damit konsequent umgesetzt. Das Yen-Exposure blieb mit 2,6 % stabil, während die CHF-Position über eine Einzeltiteltransaktion von 4,4 % auf 2,6 % reduziert wurde.
Ethna-DEFENSIV
Stand 06.08.2026
Das wichtigste auf einen Blick
- Negative Monatsperformance von -2,17 % (YTD: -0,39 %)
- Rentenquote nahezu unverändert bei 97,1 %; Cashquote bei 2,9 %
- HY-Quote weiter rückläufig bei 5,1 % (Vormonat: 5,4 %); Schwerpunkt der Neuanlage im langen IG-Segment
- Modifizierte Duration: 9,0 (Vormonat: 10); Overlay aufgelöst
Strategie und Portfolio: Overlay geschlossen, Qualitätsausrichtung unverändert
Der Juli war für langlaufende Euro-Anleihen ein schwieriger Monat. Der Renditeanstieg am langen Ende der Kurve belastete das Portfolio und führte zur schwächsten Monatsperformance des laufenden Jahres. Die deutlichsten Bewertungsabschläge entfielen erwartungsgemäß auf die langlaufenden Supra-Positionen, insbesondere die EU-Anleihen der Fälligkeiten 2040, 2045 und 2039.
Die wesentliche Anpassung des Monats liegt in der Zinssteuerung. Das über den Buxl-Future geführte Durations-Overlay wurde im Juli vollständig aufgelöst. Die modifizierte Duration des Fonds entspricht damit wieder der des Basisportfolios und liegt bei 9,0 statt 10,0. Die synthetische Durationserhöhung entfällt, während die strukturelle Ausrichtung des Kassaportfolios – qualitätsorientiert, langlaufend, EUR-dominiert – unverändert bleibt. Knapp 86 % der Anleihen sind erst ab 2035 fällig.
Die Rentenquote liegt mit 97,1 % nahezu auf Vormonatsniveau, verteilt auf 94 Positionen (Vormonat: 96). Das Transaktionsvolumen blieb überschaubar. Im Investment-Grade-Segment kam gegen Monatsende eine AT&T-Anleihe 2045 (BBB+) hinzu; das BBB+-Segment wuchs entsprechend von 20,8 % auf 21,8 %. Im Gegenzug wurde eine Staatsanleihenposition veräußert, wodurch sich die Staatsanleihenquote von 19,5 % auf 18,9 % reduzierte. Die Top-Positionen – die EU-Anleihen 2040, 2039 und 2042 sowie EDF Green Bond 2045 und EnBW 2036 – blieben in Gewicht und Zusammensetzung so gut wie unverändert. Das Durchschnittsrating liegt weiterhin im A- bis A-Bereich. Der IG-Anteil stieg leicht auf 91,0 %. AAA-Papiere machen 17,6 % aus, der BBB-Block rund 32,9 %.
Das HY-Segment wurde um weitere 0,3 Prozentpunkte auf 5,1 % zurückgeführt; die Zahl der Positionen sank von 19 auf 17. Neuengagements wurden im High-Yield-Bereich nicht eingegangen. Eine strukturelle Ausweitung der HY-Quote ist weiterhin nicht beabsichtigt.
Das Fremdwährungsrisiko bleibt mit 2,4 % USD-Anteil (Vormonat: 2,7 %) gering. Eine USD-Position wurde geschlossen.
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