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Portfolio Manager Update

Zum letzten Marktkommentar

Makro & Märkte im Überblick

Stand 02.10.2026

Das sollten Sie diesen Monat im Blick haben

  • Die Weltwirtschaft bleibt widerstandsfähig, doch Energie- und geopolitische Risiken belasten zunehmend die Dynamik.
  • Die Inflation bleibt vor allem wegen höherer Energiepreise erhöh.
  • Fed und EZB verschärfen ihre Geldpolitik trotz unterschiedlicher konjunktureller Ausgangslage.

 

Die Weltwirtschaft zeigt sich trotz geopolitischer Spannungen und hoher Energiepreise weiterhin robust, sodass sich eine globale Rezession derzeit nicht abzeichnet.

In den USA wurde die GDPnow-Schätzung der Atlanta Fed für das dritte Quartal auf 5 Prozent angehoben, was vor allem an der starken Dynamik im Inland liegt. Getrieben vom anhaltenden KI-Investitionszyklus und einem kräftigen privaten Konsum wuchs die reale Konsumentennachfrage um 4,2 Prozent. Zusammen mit einer stabilen Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent fußt die US-Wirtschaft auf solidem Fundament. Für das nächste Jahr gehen wir angesichts starker Einkaufsmanagerindizes und hoher Investitionspläne von attraktiven Wachstumsraten aus. Auf politischer Ebene dürften die anstehenden Zwischenwahlen zu Verlusten für die regierenden Republikaner im Kongress führen und die Durchschlagskraft von US-Präsident Trump in den verbleibenden zwei Amtsjahren mindern. Eine höhere fiskalische Disziplin ist dadurch jedoch kaum zu erwarten.

Die Eurozone entwickelt sich besser als zu Jahresbeginn erwartet. Das BIP legte im zweiten Quartal um 0,6 % zu und die EZB hat ihre Wachstumserwartung für 2026 auf 0,9 % angehoben. Für die Folgejahre werden 1,4 beziehungsweise 1,5 % prognostiziert. Damit bleibt Europa strukturell zwar schwächer als die USA, eine Rezession lässt sich daraus aber nicht ableiten. Wie in den USA rückt auch in Europa die Staatsverschuldung in den Fokus. Die kommenden Wahlen in Frankreich werfen bereits ihre Schatten voraus und führen zu einem spürbaren Renditeaufschlag französischer gegenüber deutschen Staatsanleihen – ein Phänomen, das man zuletzt während der Euro-Schuldenkrise sah.

Beim Thema Inflation zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Die Gesamtinflation verharrte in den USA im August bei 3,4 Prozent und stieg in der Eurozone auf 3,2 Prozent, was vor allem an den volatilen Energiepreisen liegt. Die für die Geldpolitik zentralere Kerninflation sank jedoch in beiden Wirtschaftsräumen auf erfreuliche 2,4 Prozent und liegt damit nur noch knapp über dem Notenbankziel von 2 %. Da zudem Anzeichen für eine gefährliche Lohn-Preis-Spirale fehlen, ist der Disinflationsprozess im Kern intakt und gerät primär angebotsseitig ins Stocken.

Vor diesem Hintergrund haben die Fed und die EZB im September die Zinsen weiter angehoben und Türen für Folgeschritte offengehalten. Während die US-Notenbank aufgrund des starken Wirtschaftswachstums mehr Spielraum besitzt und mit diesem Schritt ihre Glaubwürdigkeit stärken konnte, sehen wir das Vorgehen der EZB kritisch. Die europäische Zinsanhebung wirkt zunehmend kontraproduktiv, da sie einen angebotsseitigen Preisschock mit einem Instrument bekämpft, das vor allem die ohnehin moderate Nachfrage im Inland belastet.

Zusätzliche Unsicherheit kommt von geopolitischer Seite. Das Treffen zwischen Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping brachte keinen echten Durchbruch, sondern lediglich einen zweimonatigen Aufschub im Handelsstreit. Auch im Iran-Konflikt und in der Ukraine gibt es keine diplomatischen Fortschritte, weshalb die geopolitischen Risiken ein spürbarer Unsicherheitsfaktor für Energiepreise und Wachstum bleiben.

Zentrale Schlussfolgerungen:

Für die kommenden Monate sehen wir dieses Spannungsfeld aus robustem Wachstum, Energiepreisdruck und restriktiver werdender Geldpolitik als entscheidende Markttreiber. Wir beobachten kritisch, ob die Energiepreise Zweitrundeneffekte auf Löhne und Kerninflation haben. Bleiben diese aus, dürfte sich der Inflationsdruck als temporär und die harte Linie der EZB als unnötige Wachstumsbremse erweisen.

 

Assetklassen im Überblick

Anleihen/Renditen

Die Bewegung vom Vormonat hat sich im September nochmals beschleunigt. Vor allem die Renditen langlaufender Staatsanleihen stiegen auf Mehrjahres- bzw. Dekadenhochs. Ursache ist weniger ein Anstieg der Inflationserwartungen als eine steigende Laufzeitprämie: Der Anleihenmarkt verlangt zunehmend Kompensation für fiskalische Risiken. In den USA liegt das Risiko in der Gesamtverschuldung und der Zinslast, die mittlerweile 4,2% des BIP beträgt. Die Reaktion der Anleger zeigt sich in der 10-jährigen Realrendite, die seit Monatsanfang um 45 Basispunkte gestiegen ist. In Frankreich ist das Risiko politischer Natur: Die Regierung muss das Budget 2027 ohne parlamentarische Mehrheit verabschieden, nur wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl. Der Markt reagiert darauf mit einem deutlich höheren Risikoaufschlag: Zehnjährige französische Staatsanleihen rentierten zuletzt mehr als 120 Basispunkte über Bundesanleihen, ein Niveau, das zuletzt in der europäischen Staatsschuldenkrise zu sehen war. Auch die Spreads von Unternehmensanleihen haben sich ausgeweitet, liegen historisch aber weiterhin auf niedrigem Niveau und zeugen noch nicht vom Stress am Anleihenmarkt. Zusätzlichen Druck erzeugt die Geldpolitik: Fed und EZB haben ihre Leitzinsen im September um jeweils 25 Basispunkte angehoben. Die Schritte selbst waren weitgehend eingepreist, neu waren die Signale einer Fortsetzung der restriktiven Politik. Sie führten am kurzen Ende der US-Kurve zu einer Neubewertung des Zinspfads, und da die Renditen dort etwas stärker stiegen als am langen Ende, flachte die Kurve leicht ab.

Ausblick: Wir halten die jüngste Zinsbewegungen für übertrieben und warnen davor, die Abflachung der US-Kurve als Rezessionssignal zu deuten. Weder die Wachstums- noch die Schuldenproblematik rechtfertigen aus unserer Sicht die erreichten Renditeniveaus. Einschließlich der Spreads bei Unternehmensanleihen bieten sich damit attraktive Einstiegsmöglichkeiten, auch bei guter Qualität. Allerdings war unsere Einschätzung der Zinsentwicklung bislang etwas verfrüht. Deshalb ist es wichtig einerseits auf gute Qualität zu setzen und andererseits auch für eine Fortsetzung der Übertreibung gewappnet zu sein.

Aktien

Die für September typische Schwäche hat sich auch in diesem Jahr nicht bestätigt. Der Aktienmarkt zeigte sich trotz steigender Zinsen und geopolitischer Unsicherheiten robust – allerdings vor allem auf Indexebene. Getragen wurde die Entwicklung im Wesentlichen von wenigen Mega-Caps aus den Bereichen KI, Halbleiter und Consumer-Hardware, während die Marktbreite deutlich nachließ. Beispielsweise betrug die Monatsveränderung des kapitalgewichteten S&P500 -0,45 %, während der gleichgewichtete -4,99 % abgab. Der Philadelphia Stock Exchange Halbleiter Index (SOX) stieg hingegen um 9,54 %. Die Belastung durch höhere Finanzierungskosten zeigt klar seine Wirkung. Jedoch nicht bei den großen Technologiewerten, die ihre erst zukünftigen Gewinne bewertungstechnisch auch stärker abdiskontiert bekommen. Jedoch wird der Effekt durch die Aussicht auf überproportional hohe Erträge aus den laufenden KI-Investitionen teilweise kompensiert.

Ausblick: Der Markt zeigt trotz der Vielzahl an Widrigkeiten enorme Stärke. Wir sehen keinen Grund, wieso sich das kurzfristig ändern sollte. Zumal auch der Anleihenmarkt mit sehr moderaten Kreditaufschlägen keinerlei Warnsignale sendet. Angesichts der starken Berichtssaison und der positiven Unternehmensausblicke halten wir an unserer taktischen und strategischen Übergewichtung von Aktien fest. Zudem beginnt nun saisonal das stärkste Quartal des Jahres. Allerdings gilt auch hier: Die Saisonalität hat 2026 bislang nicht gehalten, was sie versprochen hat.

Währungen

Der US-Dollar legte im September gegenüber dem Euro um gut 2,5 % zu. Die Bewegung beschleunigte sich nach der als hawkish gewerteten Fed-Sitzung Mitte des Monats. Auch wenn ein leicht vergrößertes Zinsdifferenzial derzeit unterstützend wirkt, rückt aktuell mehr die Bedeutung des Dollars als globale Handels- und insbesondere Petrodollar-Währung in den Vordergrund. Gleichzeitig verfolgt das Weiße Haus weiterhin eine Politik, die grundsätzlich auf einen schwächeren Dollar und eine Verbesserung der US-Wettbewerbsfähigkeit abzielt.

Ausblick: Dass die Fed dauerhaft deutlich hawkisher wird, erwarten wir nicht, und damit auch keine nachhaltig weitere Ausweitung des Zinsdifferenzials. Unsere vorsichtige Haltung gegenüber dem US-Dollar behalten wir entsprechend bei. Die jüngste Stärke sehen wir vor allem als Gegenbewegung und Safe-Haven-Effekt. Unsere Währungsrisiken bleiben daher weitgehend abgesichert.

Fondspositionierungen

Ethna-AKTIV  |  Ethna-DEFENSIV  |  Ethna-DYNAMISCH

Ethna-AKTIV

Stand 02.10.2026

Das wichtigste auf einen Blick

  • Negative Monatsperformance von -1,47 % (YTD: 3,67 %)
  • Anleihequote reduziert von 54,3 % auf 40,1 % (Ø-Rating von BBB+ bis A-);
  • Modifizierte Duration: 9,4
  • 41,9 % Bruttoaktienquote
  • 7,8 % Währungsrisiko (2,3 % USD; 5,4 % JPY; 0,4 % GBP)

 

Anleihen: Reduzierte Staatsanleihenquote als Reaktion auf Frankreich -Stress

Der Performancebeitrag des Anleihenportfolio war mit einem Minus von 2,3 % negativ. Grund dafür war der beschleunigte Renditeanstieg globaler Anleihen, der gegen unsere hohe Duration gelaufen ist. Die erneute Diskussion um die Tragfähigkeit der französischen Staatsschulden sorgte für weiteren Druck. Um jedweder Ansteckungsgefahr vorzubeugen, wurden sämtliche Staatspapiere verkauft und einige Unternehmensanleihen reduziert. In der Summe beläuft sich damit das direkte Exposure zu französischen Unternehmen auf ca. 5 %. Trotz dieser Transaktionen halten wir an der hohen Modifizierten Duration von 9,4 fest. Das Durchschnittsrating ist auf BBB+ bis A- gesunken, während die durchschnittliche Verzinsung auf 4,8 % angestiegen ist. Der Portfolioanteil der Anleihen steht nun bei 40,1 %, alles Unternehmensanleihen. Der Anteil von in US-Dollar denominierten Anleihen liegt konstant bei 2,5 %.

Aktien: Kaum verändert

Wie auch der Leitindex S&P500 zeigte das Aktienportfolio im Monatsverlauf relativ geringe Schwankungen und notierte fast unverändert. Die negativen Auswirkungen der Zinsseite und der Geopolitik haben sich deutlich in Grenzen gehalten. Sowohl die Quote als auch die Zusammensetzung ist - wie angekündigt - fast unverändert. Das Portfolio ist gut vorbereitet für die nächste Berichtssaison, der wir angesichts der gegebenen Ausblicke auf die kommenden Quartalszahlen sehr optimistisch entgegenblicken. Die Anzahl der investierten Titel ist um zwei auf 29 gefallen. Das erwartete KGV liegt bei 17,3.

Währungen: US-Dollar weiter schwach erwartet

Wir sehen weiter keinen Grund für zusätzliche Währungsrisiken im Portfolio. Der Ausbau der Yen-Quote ist Zukäufen japanischer Aktien geschuldet. Angesichts der stattgefundenen Trendwende beim Yen sichern wir dieses Risiko (5,4 %) nicht ab. Eine minimale Position im Britischen Pfund (0,4 %) bleibt ebenfalls ungesichert. Inklusive der auf 2,3 % abgesicherten US-Dollar-Quote beläuft sich das Währungsrisiko auf 7,8 % und ist damit größer als die 3,4 % des Vormonats.

Ethna-DYNAMISCH

Stand 02.10.2026

Das wichtigste auf einen Blick

  • Negative Monatsperformance von -1,78 % (YTD: 5,24 %)
  • 81,4 % Bruttoaktienquote, keine Derivate
  • 7,5 % Anleihenquote (kurzlaufende AAA-Anleihen); 13,1 % Cashquote
  • 5,9 % Währungsrisiko (1,8 % CHF, 3,6 % JPY, 0,2 % USD, 0,5 % CAD)

 

Aktien: Kaum Veränderungen notwendig

Die Monatsperformance des Portfolios liegt im September bei einem Minus von 1,78 %. Wir halten weiter an den identifizierten Themen fest. Deshalb hat es auch nur marginale Transaktionen gegeben. Quote und Zusammensetzung sind entsprechen fast konstant geblieben. Damit ist das Portfolio optimal für die anstehende Berichtssaison aufgestellt. Die Titelanzahl wurde leicht von 51 auf 52 angehoben, das erwartete KGV liegt bei 21,2. Um das Portfolio verständlicher zu machen, haben wir das Thema KI-Profiteure aufgespalten in Infrastruktur & Entwickler (11 Titel) sowie Anwender & Zulieferer (5 Titel).

Die Rentenquote wurde zugunsten von Cash weiter reduziert von 15,8 % auf 7,5 %. Folglich belaufen sich die Barmittel des Fonds nun auf 13,1 %.

Währungen: Minimales Exposure

Der Ethna-DYNAMISCH ist brutto zu 71,7 % in US-Dollar denominierte Aktien investiert (Vormonat: 74,5 %). Nach Sicherung beträgt das US-Dollar-Exposure nur noch 0,2 %. An unserer Erwartung einer strukturellen US-Dollar-Schwäche hat sich nichts geändert: Das Dollar Exposure wird dementsprechend konsequent abgesichert. Minimale Positionen im japanischen Yen (3,6 %), Schweizer Franken (1,8 %) und Kanadischen Dollar (0,5 %) ändern das Risikoprofil nur unwesentlich.

Ethna-DEFENSIV

Stand 02.10.2026

Das wichtigste auf einen Blick

  • Negative Monatsperformance von -2,82 % (YTD: -3,98 %)
  • Rentenquote stark zurückgeführt auf 78,8 % (Vormonat: 97,0 %), Reduktion der Staatsanleihen von 18,6 % auf 1,3 % war Haupttransaktion
  • Cashquote auf 21,2 % erhöht
  • HY-Quote auf 3,8 % gesenkt (Vormonat: 5,0 %)
  • Modifizierte Duration: 8,3 (Vormonat: 8,9)

 

Ansteckungsgefahr bei europäischen Staatsanleihen führte zur Quotenreduktion

Der September brachte einen beschleunigten Renditeanstieg am langen Ende der Euro-Zinskurve. Mit einem Minus von 2,82 % verzeichnete der Fonds den schwächsten Monat des Jahres. Das Belastungsbild ist eindeutig. Sämtliche nennenswerten Gewinnbeiträge kamen aus Floating-Rate-Positionen, während jede festverzinsliche Langlaufposition Kursverluste einbrachte. Die größten unrealisierten Abschläge entfallen inzwischen auf Vonovia 2040 (-8,6 %), Volkswagen 2035 (-7,9 %) und OMV 2040 (-6,9 %).

Der supranationale Anleiheblock wurde im September vollständig aufgelöst. Die EU-Anleihen mit den Fälligkeiten 2039, 2040, 2042 und 2045 wurden sukzessive veräußert, als Reaktion auf die wiederhochkochende Diskussion um europäische Staatsschulden. Die Quote der Staatsanleihen ist insgesamt von 18,6 % auf 1,3 % gesunken und auf nur noch auf zwei Positionen verteilt. Der Anteil der Anleihen mit Fälligkeit ab 2035 ging von 84,7 % auf 66,0 % zurück.

Gegen Monatsende wurden in einem weiteren Schritt das Crossover- und High-Yield-Buch bereinigt und sieben Positionen geschlossen. Die BB+-Quote ist dadurch von 1,8 % auf 0,6 % gesunken und die Segmente BBB- und B wurden vollständig glattgestellt. Die HY-Quote liegt nun bei 3,8 % gegenüber 5,0 % im Vormonat.

Das Portfolio besteht heute fast ausschließlich aus Investment-Grade-Unternehmensanleihen mit hohem Liquiditätspuffer. Der Rentenquote von 78,8 % steht eine Cashquote von 21,2 % gegenüber. Dieses Niveau hat der Fonds seit Jahren nicht ausgewiesen.

Das Durchschnittsrating hat sich durch den Wegfall des AAA-Ankers von rund A/A- auf rund A-/BBB+ geändert. Dies ist ausschließlich struktureller Natur und kein Ergebnis von Bonitätszukäufen im unteren Kreditsegment. Im Gegenteil, das schwächste Drittel des Portfolios wurde im September aktiv reduziert. Der BBB-Block liegt mit 33,1 % nahezu unverändert auf Vormonatsniveau.

Durch die Transaktionen sank die Modifizierte Duration von 8,9 auf 8,3.

 

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