Portfolio Manager Update
Makro & Märkte im Überblick
Stand 04.11.2026
Das sollten Sie diesen Monat im Blick haben
- Das reale Weltwirtschaftswachstum 2027 wird bei über 3 % erwartet.
- Geopolitische Spannungen, bereits restriktivere Finanzierungsbedingungen und die hohe Staatsverschuldung belasten das Wachstum.
- Der Inflationsdruck hält an. Basiseffekte, KI-Effizienzgewinne und nicht vorhandener Lohndruck könnten selbst bei unveränderten Energiepreisen für Entspannung sorgen.
Die Weltwirtschaft bleibt weiter auf stabilem Wachstumskurs, doch die Risiken nehmen zu. Aktuell stützen Technologie- und KI-Investitionszyklus sowie staatliche Ausgaben die Konjunktur. Die weiterhin höheren Energiepreise, politische Unsicherheit und zunehmend restriktive Finanzierungsbedingungen belasten das Wachstum.
In den USA bleibt die Wirtschaft robust. Das BIP wuchs im dritten Quartal annualisiert um 3,4 Prozent. Für das vierte Quartal signalisiert die Atlanta Fed mit ihrer GDPNow-Schätzung weiterhin eine hohe Dynamik von über 3 %. Der private Konsum, die Investitionen in KI-Infrastruktur und eine vergleichsweise günstige Energieversorgung bleiben wichtige Wachstumstreiber. Das Verbrauchervertrauen stieg im Oktober überraschend stark von einem vorherigen Dekadentief. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 4,2 %.
In der Eurozone zeigt sich ein zunehmend fragiles Bild. Nach dem überraschend kräftigen BIP-Wachstum von 0,6 % im zweiten Quartal mehren sich die Anzeichen einer Abkühlung. Der Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft sank im Oktober von 53,1 auf 51,9 Punkte. Damit wächst die Wirtschaft zwar weiterhin, jedoch langsamer. Besonders Frankreich leidet unter politischer Unsicherheit, sozialen Spannungen und steigenden Finanzierungskosten. Im Zuge aktueller Budgetdiskussionen sind die französischen Staatsanleiherenditen auf Niveaus gestiegen, die zuletzt 2002 beobachtet wurden. Auch die Risikoaufschläge innerhalb Europas weiten sich aus.
Beim Thema Inflation ist noch keine Entlastung messbar. In der Eurozone stieg die Inflationsrate im September auf 3,8 %, nach 3,2 % im August. Haupttreiber war die Energiekomponente mit einem Preisanstieg von 18,8 % gegenüber dem Vorjahr. Die Kerninflation erhöhte sich dagegen lediglich moderat auf 2,5 %. Die USA haben vergleichbare Werte von 3,7 % und 2,5 %.
Die jüngsten Unternehmensumfragen deuten auf steigende Inputkosten hin, während die Weitergabe an die Endkunden bislang begrenzt bleibt – ein weiteres Indiz für einen angebotsseitigen Preisschock. Damit geraten sowohl die Fed als auch die EZB zunehmend in einen Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und der Gefahr, die Konjunktur durch eine weitere Straffung übermäßig zu belasten. Das Risiko weiterer US-israelischer Angriffe auf den Iran sowie Vergeltungsangriffe auf saudische Infrastruktur übt zusätzlichen Druck auf die Energiepreise aus.
Beide Notenbanken haben ihre Leitzinsen auf ihren Sitzungen zum Monatsende unverändert belassen. Sowohl die Fed als auch die EZB argumentierten in Richtung weiterer Anhebungen in der Zukunft. Die Fed besitzt angesichts der robusten US-Konjunktur und ihres dualen Mandats, das neben der Preisstabilität auch den Arbeitsmarkt einbezieht, einen gewissen Handlungsspielraum. Die EZB hingegen ist allein der Preisstabilität verpflichtet. Das erhöht den Druck, auf einen Energiepreisschock zu reagieren, den sie geldpolitisch kaum beeinflussen kann. Diesen Kurs sehen wir weiterhin kritisch. Eine zusätzliche Zinserhöhung wäre aus unserer Sicht kontraproduktiv. Solange sich der Energiepreisschock nicht nachhaltig in Löhnen und Kerninflation festsetzt, läuft die EZB Gefahr, die Konjunktur unnötig abzukühlen.
Schlussfolgerungen
Für die kommenden Monate bleibt das Zusammenspiel aus Energiepreisen, Inflation, Geldpolitik und steigenden Finanzierungskosten der entscheidende Markttreiber. Die reale Wachstumserwartung für die Weltwirtschaft in 2027 liegt bei über 3 %. Entscheidend ist, ob sich der Energiepreisschock auf Löhne und Kerninflation überträgt. Bleiben Zweitrundeneffekte aus, wird sich der Inflationsanstieg als vorübergehend erweisen.
Fondspositionierungen
Ethna-AKTIV
Stand 04.11.2026
Das wichtigste auf einen Blick
- Negative Monatsperformance von -0,85 % (YTD: +2,80 %)
- Anleihequote konstant bei 40,9 % (Ø-Rating von BBB+ bis A-)
- Modifizierte Duration: 9,4 (inklusive Overlay bei 10)
- Bruttoaktienquote von 41,9 % auf 44,6 % erhöht
- 6,7 % Währungsrisiko (1,8 % USD, 4,6 % JPY, 0,3 % CHF)
Anleihen: Positiver Performancebeitrag durch Flight to Safety
Das Anleiheportfolio leistete im Oktober einen positiven Performancebeitrag von 0,64 %. Ausschlaggebend hierfür war die erhöhte Risikoaversion an den Aktienmärkten, die eine Flucht in sichere Anlagen (Flight to Safety) auslöste und den Anleihemärkten zugutekam.
Vor diesem Hintergrund waren keine weiteren Anpassungen erforderlich. Die wesentlichen Portfolioveränderungen wurden bereits im September vorgenommen. Die modifizierte Duration liegt weiterhin bei 9,4. Durch den gezielten Einsatz einer kleinen derivativen Position auf US-Staatsanleihen wurde die Duration auf Portfolioebene leicht auf rund 10 erhöht.
Auch hinsichtlich der Kreditqualität hat sich keine Veränderung ergeben. Das durchschnittliche Rating bewegt sich weiterhin zwischen BBB+ und A-. Die durchschnittliche Rendite auf Endfälligkeit (YTM) liegt unverändert bei rund 5 %. Ebenso blieb der Anteil der Anleihen am Gesamtportfolio konstant. Das Währungsrisiko ist weiterhin begrenzt: Lediglich 2,6 % des Portfolios sind in US-Dollar denominiert.
Die Ratingstruktur verteilt sich auf 3,8 % AA-, 17,3 % A- und 19,8 % BBB- geratete Anleihen. Damit bleibt das Portfolio unverändert im Investment-Grade-Bereich positioniert.
Aktien: Marktrotation belastet das Portfolio
Die Aktienmärkte standen im Oktober im Zeichen einer ausgeprägten Rotation. Vor allem die Korrektur bei den Marktschwergewichten belastete die Performance des Portfolios, da diese Titel weiterhin einen großen Teil unseres Aktienportfolios ausmachen. Der Gegenwind für Hyperscaler und KI-Profiteure entstand in der laufenden Berichtssaison: Oftmals reichten selbst sehr gute Ergebnisse nicht aus, um den hohen Erwartungen zu genügen.
Ungeachtet dieser kurzfristigen Belastung bleiben wir für Aktien positiv gestimmt und halten an unserer Übergewichtung in US-Aktien fest. Taktisch haben wir kleinere Umschichtungen in defensivere Titel aus Pharma und Gesundheitswesen vorgenommen.
Die Zahl der Einzeltitel haben wir auf 35 erhöht. Das KGV des Aktienportfolios auf Basis der erwarteten Gewinne liegt bei 16,3.
Währungen: US-Dollar-Stärke nur temporär
An unserer grundsätzlich negativen Einschätzung des US-Dollars hat sich nichts geändert. Die zuletzt beobachtete Stärke der US-Währung betrachten wir lediglich als temporäre Gegenbewegung und sehen weiterhin strukturelle Belastungsfaktoren. Entsprechend halten wir an unserer vorsichtigen Positionierung fest. Das Währungsrisiko nach Absicherung beläuft sich aktuell auf 6,7 % und setzt sich aus 1,8 % US-Dollar, 4,6 % japanischem Yen und 0,3 % Schweizer Franken zusammen.
Ethna-DYNAMISCH
Stand 04.11.2026
Das wichtigste auf einen Blick
- Negative Monatsperformance von -3,10 % (YTD: +1,98 %)
- Bruttoaktienquote erhöht von 81,4 % auf 91 %, keine Derivate
- 5,7 % Anleihequote (kurzlaufende AAA-Anleihen); 4,4 % Cashquote
- 9,1 % Währungsrisiko (2,9 % CHF, 7,0 % JPY, -1,4 % USD, 0,5 % CAD)
Aktien: Portfolioanpassungen für mehr Stabilität
Der Ethna-DYNAMISCH verzeichnete im Oktober eine negative Monatsperformance von 3,1 %. Besonders die ausgeprägte Marktrotation belastete das Portfolio. Aufgrund unseres weiterhin hohen KI-Exposures waren wir von der Korrektur in diesem Segment überproportional betroffen. Gleichzeitig fehlte dem Portfolio ein ausreichendes Gegengewicht zu diesen Belastungen. Die Bruttoaktienquote haben wir insgesamt nur geringfügig von 81,4 % auf 91 % verändert. Unter der Oberfläche gab es jedoch gezielte Anpassungen in der Zusammensetzung. Unser Ziel ist es, die Stabilität und Ausgewogenheit des Portfolios zu erhöhen, ohne dabei auf die bestehenden Wachstumschancen zu verzichten. Die Anzahl der gehaltenen Einzeltitel wurde um zwei auf nunmehr 54 Titel erhöht. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist im Zuge der Marktkorrektur und der vorgenommenen Anpassungen von 21,2 auf 18,7 gesunken.
Die Rentenquote liegt aktuell bei 5,7 %, die Barmittelquote bei 4,4 %.
Währungen: Minimales Exposure
An unserer grundsätzlichen Einschätzung einer strukturellen Schwäche des US-Dollars halten wir unverändert fest. Der Anteil der in US-Dollar denominierten Aktien beläuft sich brutto auf 70,7 % (Vormonat: 71,7 %). Nach Währungssicherung ist das USD-Exposure mit -1,4 % sogar leicht negativ. Die ergänzenden Positionen im japanischen Yen (7,0 %), Schweizer Franken (2,9 %) und kanadischen Dollar (0,5 %) haben keinen wesentlichen Einfluss auf das Währungsrisiko des Fonds.
Ethna-DEFENSIV
Stand 04.11.2026
Das wichtigste auf einen Blick
- Positive Monatsperformance von +1,00 % (YTD: −3,02 %) – erster positiver Monat seit Juni
- Rentenquote leicht erhöht auf 80,7 % (Vormonat: 78,9 %); Cashquote mit rund 19 % weiterhin bewusst hoch
- Modifizierte Duration bei rund 8,3; kein Derivate-Overlay
- Staatsanleihenquote unverändert bei 1,3 %; HY-Quote nahezu stabil bei 3,6 % (Vormonat: 3,8 %)
Staatsrisiko gemieden, Liquidität als Option gehalten
Die Quelle der Volatilität war im Oktober das Kreditrisiko einzelner Staaten, nicht das der Unternehmen – ein Risiko, das wir mit dem Umbau im September weitgehend aus dem Portfolio genommen hatten. Nach der Auflösung des Supra-Blocks beträgt die Staatsanleihenquote nur noch 1,3 %, verteilt auf zwei Positionen (Indonesien 2038, IBRD 2061). Von der Ausweitung der Staatsanleihen-Spreads war der Fonds daher kaum direkt betroffen. Den Kern bilden 76 Investment-Grade-Unternehmensanleihen mit zusammen 75,5 % des Fondsvermögens. Die größten Positionen blieben unverändert: EnBW 2036, Volkswagen 2035, OMV 2040, Vonovia 2040 und EDF 2045 mit jeweils rund 4 %.
Bilanzstarke Emittenten mit planbaren Cashflows halten wir derzeit für verlässlichere Schuldner als manchen hochverschuldeten Staat, dessen Haushalt von wechselnden Parlamentsmehrheiten abhängt.
Die vorhandene Liquidität haben wir bewusst nicht in die Erholung hinein investiert. Gegen Monatsende ergänzten wir lediglich zwei Positionen im kürzeren und mittleren Laufzeitbereich: Edenred 2034 (A−) und Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien 2030 (A) mit jeweils rund 0,4 %. Das High-Yield-Segment blieb mit 13 Positionen, überwiegend im BB-Bereich, nahezu unverändert. Die Zurückhaltung ist eine Abwägung und keine Absage an die Anlageklasse: Bei einer Inflationsrate von zuletzt 3,8 % im Euroraum und einer für Dezember erwarteten weiteren Zinserhöhung ist das Risiko eines erneuten Renditeanstiegs am langen Ende nicht ausgeräumt. Zugleich ist der Preis des Wartens überschaubar. Gegenüber dem Anleiheportfolio mit rund 5 % Rendite verzichten wir mit Cash auf gut 2,5 Prozentpunkte. Das ist die Prämie für die Möglichkeit, zu höheren Renditen nachzukaufen.
Im Fokus stehen nun die Dezembersitzung der EZB mit neuen Projektionen, die Frage, ob der energiegetriebene Preisdruck auf die Kerninflation übergreift, sowie der Fortgang der französischen Haushaltsberatungen. Ein erneuter Renditeanstieg in Richtung der September-Hochs oder eine spürbare Ausweitung der Unternehmensanleihen-Spreads wäre für uns der Anlass, die Liquidität schrittweise im langen Laufzeitsegment einzusetzen. Bis dahin bleibt der Fonds, was er nach dem Umbau ist: ein qualitätsorientiertes Unternehmensanleihen-Portfolio mit einer Reserve, die Handlungsspielraum verschafft.
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