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Portfolio Manager Update

Makro-Navigator

Stand 04.03.2026

Das Marktgeschehen im Februar wurde von drei Themen dominiert: dem nächsten Schritt der KI‑Revolution, einer neuen Runde im globalen Zollstreit und zum Monatsende die drastische Eskalation im Iran-Konflikt. Gleichzeitig sorgte eine robuste Berichtssaison dafür, dass die Risikomärkte trotz dieser Schocks erstaunlich widerstandsfähig blieben.

Die Lage im Nahen Osten erreichte Ende Februar einen neuen Höhepunkt, als die USA und Israel mit koordinierten Luftschlägen Ziele im Iran angriffen. Diese Operation markiert eine deutliche Eskalation des seit Jahren schwelenden Konflikts und erhöht die Risiken für Energiepreise, Lieferketten und die globale Risikowahrnehmung. Parallel dazu jährte sich der Beginn des Kriegs in der Ukraine zum vierten Mal – ein Konflikt, der sich zunehmend zu einem Abnutzungskrieg entwickelt und Europa strukturell mit höheren Verteidigungsausgaben sowie anhaltender Unsicherheit belastet.

Entsprechend groß ist die Hoffnung der Märkte, dass das für Ende März in Aussicht gestellte Treffen zwischen Präsident Trump und Präsident Xi zu einer zumindest vorübergehenden Entspannung führt und das Risiko weiterer handelspolitischer und geopolitischer Fehltritte verringert. Mit der Einführung sogenannter agentischer KI‑Systeme verschiebt sich der Schwerpunkt der reinen Textgenerierung hin zu eigenständig handelnden digitalen „Assistenten“, die ganze Arbeitsabläufe planen, ausführen und optimieren können. Kurzfristig nährt diese Entwicklung zwar die Sorge vor einer Dezimierung ganzer Branchen, mittel- bis langfristig ist sie jedoch ein wichtiger Träger von Produktivität und potenziellem Wachstum.

Der Oberste Gerichtshof der USA (SCOTUS) setzte auf der handelspolitischen Bühne ein wichtiges Ausrufezeichen: In einer Grundsatzentscheidung erklärte er die auf Grundlage des Notstandsgesetzes IEEPA verhängten Zölle für unzulässig. Damit verliert der US-Präsident ein zentrales Instrument, um im Alleingang neue Sonderzölle zu verhängen. Zudem wird eine wesentliche Drohkulisse gegenüber Handelspartnern abgeschwächt. Bestehende Zölle, die auf Basis anderer Rechtsgrundlagen wie Section 301 oder Section 232 verhängt wurden, bleiben allerdings in Kraft, sodass der grundsätzliche Trend zu einer Fragmentierung der Handelsbeziehungen bestehen bleibt.

 

Markt-Navigator

Anleihen/Renditen

Ende Februar lag die Rendite 10‑jähriger US‑Staatsanleihen bei rund 3,94 % und damit relativ deutlich unter dem Niveau von vor einem Monat (4,24 %).  Die Kurve blieb im historischen Vergleich weiterhin flach, wobei am kurzen Ende nach wie vor mehrere Zinssenkungen der Fed für das Jahr 2026 eingepreist sind.  Solide US‑Konjunkturdaten und ein weiterhin robuster Arbeitsmarkt begrenzen jedoch die Möglichkeiten für deutlich schnellere oder aggressivere Lockerungsschritte. Die Risikoaufschläge am US‑Kreditmarkt verharrten insgesamt auf niedrigem Niveau: Der High‑Yield‑Spread bewegte sich im Februar mit knapp 3 Prozentpunkten nur wenig über den historischen Tiefstständen. Dies deutet auf eine weiterhin hohe Risikobereitschaft hin. Auch im Investment‑Grade‑Segment blieben die Spreads eng, was auf die Kombination aus soliden Unternehmensbilanzen und anhaltender Nachfrage nach Rendite in einem Umfeld stabiler Zinsen zurückzuführen ist.

In der Eurozone sank die Rendite 10‑jähriger Bundesanleihen im Monatsverlauf leicht und lag Ende Februar bei rund 2,64 %, nachdem sie Ende Januar noch bei knapp 2,84 % notiert hatte. Rückläufige Inflationsraten und die Hoffnung auf eine vorsichtige Lockerung der Geldpolitik durch die EZB stützten die Nachfrage nach sicheren Euro‑Staatsanleihen. Auf der Kreditseite setzten sich die Spread‑Kompressionstendenzen auch in Europa fort: EUR‑Investment‑Grade‑Spreads blieben eng, während EUR‑High‑Yield‑Spreads moderat zurückkamen. Dies wurde durch die Suche nach Rendite und die bislang robuste Unternehmensgewinnsituation gestützt.

Im Portfolio bleiben wir unserer defensiv‑qualitätsorientierten Ausrichtung treu. Vor dem Hintergrund stabiler bis leicht rückläufiger Kernrenditen und enger Spreads fokussieren wir uns im Anleihebereich weiterhin auf Emittenten hoher Bonität und einer im historischen Vergleich eher längeren Duration. So können wir von potenziell niedrigeren Renditen profitieren, ohne übermäßig Kreditrisiko aufzubauen. Der Fokus liegt dabei nach wie vor auf europäischen Emissionen.

 

Aktien

Die Berichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks war insgesamt besser als im Vorfeld befürchtet. Viele Unternehmen konnten solide Umsatz- und Gewinnzuwächse verzeichnen und ihre Prognosen zum Teil anheben. Das half, die durch Geopolitik und Zollthemen ausgelösten Verunsicherungen zu überlagern und größere Kursrückgänge zu verhindern, vor allem in KI‑nahen Sektoren, die von den beschriebenen Investitionsprogrammen besonders profitieren. Gleichzeitig bleibt die Volatilität erhöht. Jede neue Schlagzeile aus Teheran, Washington oder Peking kann kurzfristig zu Bewegungen führen, zumal die Bewertungen in vielen Marktsegmenten bereits ambitioniert sind. Das strukturelle Bild – höhere Produktivität durch KI, anhaltende Fiskalimpulse und selektives Wachstum – bleibt zwar intakt, wird aber von zunehmenden geopolitischen Tail‑Risiken überlagert.

Wir sehen weiterhin gute Argumente, an Qualitätsaktien und an Unternehmen mit klarem KI‑ und Automatisierungsbezug festzuhalten. Gleichzeitig sollte das Aktienportfolio robuster gegen politische Schocks gemacht werden – unter anderem durch eine breitere regionale Diversifikation, defensivere Sektoren wie Pharma sowie selektive Engagements in Energie‑ und Rohstofftiteln.

 

Währungen

Der US‑Dollar zeigte sich im Februar weiterhin schwankungsanfällig, blieb aber in einer insgesamt engen Handelsspanne. Der EUR/USD bewegte sich überwiegend im Bereich von etwa 1,17 bis knapp über 1,19 und lag zum Monatsende bei rund 1,18. Politische Schlagzeilen, Diskussionen über die Unabhängigkeit der Fed und eine wechselhafte Risikostimmung sorgten dabei immer wieder für Ausschläge, ohne jedoch einen klaren, nachhaltigen Trend einzuleiten.

Die „Dollar‑Dominanz“ der letzten Jahre wirkt vorerst gedämpft. Einerseits schmälern eine geringere Zinsdifferenz gegenüber dem Euroraum sowie das anhaltende geopolitische Rauschen rund um US‑Zölle und außenpolitische Alleingänge die Attraktivität des Greenback als „sicherer Hafen“. Gleichzeitig sorgen gute US-Wirtschaftszahlen und die Nominierung von Kevin Warsh für Vertrauen. Da Warsh als Verfechter einer unabhängigen und eher strengen Geldpolitik gilt, rechnen Beobachter nicht mit einer zu lockeren Zinspolitik der Fed. Bemerkenswert ist, dass ein schwächerer US‑Dollar inzwischen zur Konsenserwartung vieler Marktteilnehmer geworden ist – ein Umfeld, in dem negative Überraschungen für den Dollar eher begrenzt erscheinen.

Vor diesem Hintergrund bleibt der Ausblick für den US‑Dollar aus unserer Sicht offen. Die kurzfristige Richtung hängt wesentlich davon ab, ob die kommenden Makrodaten den derzeitigen Optimismus für den Euroraum und die Erwartung weiterer Fed‑Lockerungen bestätigen oder relativieren. Solange kein klarer fundamentaler Impuls erkennbar ist, lassen wir unsere Dollar-Quote unverändert. Zur weiteren Diversifikation unserer Währungsposition tragen mittlerweile der Yen und der Schweizer Franken bei.

Ethna-DEFENSIV

Stand 04.03.2026

Das wichtigste auf einen Blick

  • Positive Monatsperformance von +1,24 % (YTD: +2,05 %) in einem von Zinsvolatilität geprägten Februar
  • Rentenquote nahezu unverändert bei 96,8 %; Cashquote weiterhin niedrig
  • Duration leicht erhöht auf 8,36
  • HY-Quote nahezu stabil bei 9 %; selektive Rotation aus Kurzläufer-HY in neue, länger laufende Emissionen

 

Markt: Volatilität gezielt genutzt

Wir nutzten die erhöhte Volatilität an den Rentenmärkten, um das Portfolio gezielt weiterzuentwickeln, ohne die Gesamtpositionierung grundlegend zu verändern. Die Rentenquote blieb mit 96,8 % nahezu konstant.

Strategie und Portfolio: Zinsentspannung im Fokus

Im Primärmarkt zeichneten wir mehrere Investment-Grade-Neuemissionen im bevorzugten 10–15-Jahres-Segment, darunter Goldman Sachs (BBB+, 2039), T-Mobile USA (BBB, 2038) und WP Carey (2035). Im Staats- und Supranationalensegment verstärkten wir die Allokation deutlich – über EU-Anleihen (5 Mio. EUR, AA+), eine EIB-Position (4 Mio. EUR, AAA), eine EUR-denominierte Indonesien-Anleihe (2 Mio. EUR, BBB) sowie Nullkuponanleihen der internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) mit Fälligkeit 2061 zur Durationserhöhung. Diese Käufe trieben die Duration von 8,3 auf 8,36.

Im Unternehmensbereich rotierten wir bei Eutelsat aus der teuren Kurzläufer-Position (9,75 %, 2029) in neue, länger laufende Emissionen (2031/2033) und verlängerten bei Gasunie die Laufzeit um drei Jahre innerhalb desselben Emittenten. Auf der Verkaufsseite trennten wir uns von mehreren IG-Positionen, darunter Glencore, Royal Schiphol und Athene Global. Im HY-Segment reduzierten wir das BB–/B-Exposure durch den Verkauf von Getty Images und ergänzten selektiv bei ZF Europe. Die Ratingverteilung verschob sich leicht zugunsten höherer Qualitäten, wobei das Durchschnittsrating im soliden A-Bereich bleibt.

Das Währungsrisiko blieb mit einem USD-Exposure (netto) von rund 4 % nahezu unverändert. Dem neuen USD-Titel Binghatti stand der Verkauf von Getty Images gegenüber. Das Portfolio bleibt mit über 96 % stark EUR-fokussiert. Angesichts der erhöhten Volatilität des US-Dollars im Zuge der Iran-Eskalation sehen wir keinen Anlass, das FX-Exposure auszuweiten.

Die Kassaquote verharrte auf niedrigem Niveau, was mit der hohen Rentenquote von 96,8 % konsistent ist. Per Saldo erhöhten die Nettokäufe die Anleiheallokation geringfügig. Die verbleibende Liquidität bietet Spielraum für opportunistische Zukäufe, sollte die geopolitische Unsicherheit – insbesondere der Iran-Konflikt und die Section-122-Zölle – für attraktive Neuemissionsprämien sorgen.

Ethna-AKTIV

Stand 04.03.2026

Das wichtigste auf einen Blick

  • Positive Monatsperformance von +0,75 % (YTD: +2,94 %)
  • 49,2 % Rentenquote
  • 9,8 modifizierte Duration, Ø-Rating von A- bis A
  • Bruttoaktienquote: 43,4 %; Nettoaktienquote: 40,4 %
  • Währungsrisiko: 29,3 % (18,4 % USD, 4,3 % CHF, 5,9 % YEN und 0,7 % KRW)

 

Anleihen: Kein Anlass für zusätzliche Risiken  

Wir haben das Anleihenportfolio des Ethna-AKTIV im Monatsverlauf bewusst nur moderat angepasst. Es bleibt klar auf hohe Qualität und eine vergleichsweise lange durchschnittliche Laufzeit ausgerichtet. Die 13,3 % Staatsanleihen stammen vollständig aus EU-Emissionen mit Fälligkeiten zwischen 2039 und 2045. Der überwiegende Teil der Unternehmensanleihen ist in Euro denominiert und lediglich rund 10,5 % entfallen auf US-Dollar. Mit dieser Struktur erzielen wir aus unserer Sicht eine attraktive Rendite bis Endfälligkeit von 4,3 %. Angesichts der aktuellen Spreads sehen wir keinen Anlass, bei den Ratings zusätzliche Risiken einzugehen, um noch etwas mehr Rendite herauszuholen. Der Ergebnisbeitrag des Anleiheportfolios zur Monatsperformance lag bei 0,79 %. Gleichzeitig haben wir die zu Monatsbeginn noch recht hohe Liquiditätsquote auf nun 5,1 % reduziert.

Aktien: US-Titel reduziert

Das Aktienportfolio haben wir im Berichtsmonat weiter gezielt angepasst. Der Anteil US-amerikanischer Titel wurde von rund 80 % auf knapp 71 % zurückgenommen. Für zusätzliche regionale Diversifikation sorgen insbesondere Positionen in Japan und der Schweiz. An unserer Untergewichtung von Technologiewerten halten wir fest, denn die anhaltende Sektorrotation bestätigt unsere vorsichtigere Ausrichtung in diesem Bereich. Mit einer Nettoaktienquote von etwas über 40 % macht sich die im Umfeld der Nahost-Eskalation weiter gestiegene Volatilität im Portfolio bemerkbar, wird aber durch die defensivere Titelauswahl spürbar abgefedert. Der Beitrag des Aktienportfolios zur Monatsperformance belief sich auf 11 Basispunkte.

Währungen: Yen-Exposure aufgebaut

Insgesamt ist der Ethna-AKTIV brutto zu 42,2 % in US-Dollar denominierte Aktien und Anleihen investiert. Nach Währungssicherung verbleibt ein US-Dollar-Exposure von 18,4 %. Da wir derzeit keinen klaren Trend für den US-Dollar erkennen können, halten wir an einer Sicherungsquote von etwa zwei Dritteln des US-Aktienexposures fest. Durch den Aufbau von Positionen in japanischen Aktien ist ein Yen-Exposure von 5,9 % neu hinzugekommen. Vor dem Hintergrund des aus unserer Sicht signifikanten Aufwertungspotenzials betrachten wir diese Position als möglichen zusätzlichen Performancebaustein für die kommenden Jahre.

Ethna-DYNAMISCH

Stand 04.03.2026

Das wichtigste auf einen Blick

  • Positive Monatsperformance von +1,69 % (YTD: +7,03 %)
  • Bruttoaktienquote: 84,5 %; keine Derivate
  • 13,2 % Rentenquote, 1,4 % Cash
  • Währungsrisiko: 38,2 % (20,7 % USD, 9,9 % Yen)

 

Aktien: Japanische Titel neu im Portfolio

Der Ethna-DYNAMISCH folgt einem themenorientierten Ansatz. Die investierten Themen haben sich im Monatsverlauf nicht grundlegend geändert. Aufgrund des fundamentalen Rückenwinds haben wir unter dem Thema Japan einige Titel aus Fernost neu ins Portfolio aufgenommen, die von dem verkündeten Fiskalpaket profitieren sollten. Die Reduktion der hochkapitalisierten Techwerte hat sich ausgezahlt. Sie waren im Februar im Zuge der stattgefundenen Sektorrotation ganz klare Underperformer. Auch wenn wir diese Titel grundsätzlich als langfristige Gewinner betrachten, zögern wir noch, sie erneut ins Portfolio aufzunehmen. An der im Januar vollzogenen Quotenreduktion halten wir insbesondere vor dem Hintergrund des nicht absehbaren Endes des Krieges im Iran weiterhin fest.

Sowohl in Vorbereitung als auch als Reaktion auf diese Eskalation im Nahen Osten wurden einige besonders exponierte Aktien mit Tourismusbezug oder einem erhöhten Beta gegen defensivere Werte getauscht, beispielsweise aus dem Bereich Pharma.

Die nicht in Aktien investierten Mittel sind in kurzlaufende Staatsanleihen (13,2 %) und Cash (1,4 %) investiert.

Währungen: Positionen in Yen und Franken

Der Ethna-DYNAMISCH ist brutto zu 48,1 % in US-Dollar denominierte Aktien investiert. Nach Sicherung beträgt das US-Dollar-Exposure noch 20,7 %. Zwei weitere nennenswerte FX-Positionen, die bewusst nicht abgesichert sind, sind 9,9 % Yen und 4,5 % CHF.

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